WhatsApp Pay Indien
WhatsApp Pay kann nun von indischen Nutzern verwendet werden. In Indien leben ungefähr 17 % der Weltbevölkerung, deswegen will die Facebook Tochter nun ein Stück von dem riesigen Kuchen für sich erobern. Quelle: pixabay

In Indien kann jetzt Geld per WhatsApp verschickt werden

Indien ist mit 1,353 Milliarden Einwohnern knapp hinter China (1,393) das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt, deutlich vor den USA mit 327,2 Millionen Einwohnern. In der Europäischen Union leben insgesamt 446 Millionen Menschen. Von den rund 7,6 Milliarden Menschen weltweit leben also ca. 17 % in Indien. Das zeigt, welche strategische Bedeutung Indien hat, wenn es darum geht, weltweit möglichst viele Nutzer zu gewinnen. In China dürften es amerikanische Unternehmen wegen den politischen Verhältnissen schwer haben, und die Marktmacht von weChat spricht für sich.

Um Geld über WhatsApp verschicken zu können, braucht man ein Bankkonto und eine Debitkarte bei einer indischen Bank, ähnlich wie in Brasilien, wo schon seit Juni Geld mit WhatsApp verschickt werden kann.

Bedeutung des indischen Bezahldiensts Unified Payments Interface (UPI)

Die Zahlungsfunktion in WhatsApp für indische Nutzer wurde in Partnerschaft mit der National Payments Corporation of India (NPCI) unter Verwendung des Unified Payment Interface (UPI) entwickelt, einem Echtzeit-Zahlungssystem, das Transaktionen mit über 160 teilnehmenden Banken ermöglicht. Laut einem Bericht von inc42.com wurden im Oktober diesen Jahres 20 Milliarden Transaktionen über UPI abgewickelt. Das ist der Höchstwert seit der Einführung des Systems im April 2016. Über 80 % der Transaktionen wurden über die zwei größten Teilnehmer des UPI, PhonePE und Google Pay, abgewickelt. Nun drängt der Facebook Konzern mit der Tochter WhatsApp in den Markt, um sich sein Stück vom Kuchen zu sichern.

WhatsApp Pay startet unter schwierigen Bedingungen

WhatsApp Pay hat am 5. November grünes Licht für die Teilnahme an UPI bekommen. Die vollständige Einführung war lange in der Schwebe, da die indische Zentralbank Bedenken hinsichtlich der Datenlokalisierungsnormen geäußert hatte. Im Juli hatte die NPCI jedoch bestätigt, dass WhatsApp den Normen für den Zahlungsdienst entspricht. Was die offizielle Ankündigung seitens WhatsApp nicht verrät ist, dass die Messaging-Plattform des Facebook Konzerns anfangs nur mit maximal 20 Millionen Nutzern starten darf. Insgesamt hat WhatsApp in Indien ca. 400 Millionen Benutzer, es dürfen bis auf Weiteres also lediglich 5 % der indischen Nutzer den Bezahlungsdienst nutzen. Branchenexperten sind der Meinung, dass angesichts der riesigen Nutzerbasis von WhatsApp in Indien die abgestufte Einführung seines Zahlungsdienstes notwendig ist, um sicherzustellen, dass die digitale Zahlungsinfrastruktur von UPI nicht unkontrollierbar belastet wird. Im gleichen Atemzug wurde am 5. November ebenfalls veröffentlicht, dass der Anteil am gesamten Transaktionsvolumen von einem einzelnen Drittanbieter höchstens 30 % betragen darf. Auch diese Maßnahmen sollen eine Überlastung des Systems verhindern. Auf die Frage, ob Transaktionen einzelner Nutzer unterbunden werden, wenn einer der Anbieter diese Schwelle übertritt, gibt es bisher keine Antwort. PhonePe wickelt momentan 42 % der Transaktionen ab, gefolgt von Google Pay mit 41 %. Die Verfolgung der weiteren Entwicklung des mobilen Bezahlens in Indien wird dementsprechend spannend.

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