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Ein Report des Leibniz-Instituts für Medienforschung zeigt: Jugendliche suchen nicht gezielt nach Nachrichten, soziale Medien spielen eine immer größere Rolle. Das Verständnis von Journalismus durchläuft einen Wandel. Foto von Ketut Subiyanto von Pexels

Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren interessieren sich im Allgemeinen wenig für Nachrichten – bzw. suchen nicht gezielt danach. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem die aktuelle Ausgabe des Reuters Digital News Report.

Soziale Medien als wichtigste Nachrichtenquelle

Die wichtigste Informationsquelle für Nachrichten stellen soziale Medien für die Jugendlichen dar: 30 Prozent der 18 bis 24 Jährigen nutzen Social Media Plattformen als primäre Nachrichtenquelle. 9 Prozent geben an, kein weiteres Medium gezielt für den Nachrichtenüberblick zu verwenden. Über die sozialen Netzwerke stoßen die jungen Nutzer*innen meist zufällig über aktuelle Nachrichten und diskutierte Themen. Instagram, Facebook, YouTube und Co. werden allerdings nicht für die gezielte Suche nach Nachrichten herangezogen. Nach eigenen Angaben fühlen sich die Jugendlichen aber schon allein durch diese “beiläufigen” Push-Inhalte ausreichend über aktuelle Geschehnisse in der Welt informiert.

Mangelndes Vertrauen

Obwohl soziale Medien eine derart große Rolle im Informationserhalt der Jugendlichen spielen, vertrauen Jugendliche und junge Erwachsene Nachrichten in sozialen Medien kaum. 50 Prozent der Befragten gaben an, Nachrichten auf sozialen Plattformen nicht zu vertrauen. Allerdings sind insgesamt 48 Prozent der 18 bis 24 Jährigen davon überzeugt, Fake News zu erkennen und von seriösen Inhalten abgrenzen zu können. Generell lässt sich sagen, dass Nachrichten in der heutigen Zeit vor allem von jungen Menschen nicht mehr mit journalistischen Quellen in Verbindung gebracht werden.

Einstellung zu Journalismus

Der Report zeigt, dass das Vertrauen in Nachrichten ganz allgemein über die Jahre abgenommen hat. Damit einher geht die Tatsache, dass immer weniger Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren den “unabhängigen Journalismus als wichtig für das Funktionieren einer Gesellschaft erachten.” Neue Erkenntnisse aus qualitativen Mediennutzungsstudien konnten zeigen, dass das persönliche Verständnis von Journalismus und Nachrichtenqualität beeinflusst wird von der Vorherrschaft sozialer Medien im Alltag der Jugendlichen – in dieser Hinsicht ist klar ein gesellschaftlicher Wandel erkennbar.

Einflüsse von Influencern, YouTubern &. Co.

In Sozialen Medien liegt der Fokus offensichtlich nicht auf journalistischen Inhalten und Akteuren. Viel eher findet sich hier eine online-Bühne für Influencer, YouTuber und Prominente jeglicher Bereiche. Diese verbreiten in den meisten Fällen keine objektiven Fakten und Informationen, sondern berichten aus ihrem eigenen Leben – und verbreiten dadurch persönliche Erfahrungen und Meinungen. Vor allem junge Menschen lassen sich schnell von ihren “Idolen” beeinflussen und verlieren den objektiven Blick auf verschiedenste Themen. Im Gegensatz zu “klassischen” Journalisten können diese Social-Media Akteure ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Emotionalität, Dramatisierung und Polarisierung kommen in ihren Inhalten besser an, als “stumpfer” Informationsfluss.

Quellen:

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