Digitale Dienste
Die EU arbeitet an neuen Gesetzen für Digitale Dienste.

Grundprinzipien der Haftung für rechtswidrige Inhalte

Bisher gibt es 2 Grundprinzipien, auf denen die Haftung für rechtswirdrige Inhalte im Internet basieren:

  1. Webhoster haften für illegale Inhalte nur dann, wenn sie diese nicht löschen, nachdem sie auf die illegalen Inhalten hingewiesen worden sind.
  2. EU-Staaten dürfen Webhoster nicht verpflichten, die von Ihnen gespeicherten und übermittelten Inhalte zu überwachen.

Hinsichtlich aktueller Herausforderungen wie der Umgang mit Fake-News in der Coronakrise, Anonyme Hetze und Hass in sozialen Netzwerken, Wahlmanipulationen oder Urheberrechtsverletzungen sind diese Regelungen von sehr zentraler Bedeutung.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat auf seiner Homepage die FAQ zum Digital Services Act veröffentlicht. Hier kann detailliert nachgelesen werden, welche Gesetze in welcher Form überarbeitet werden sollen.

Ansatzpunkt: Personalisierte Werbung in sozialen Netzwerken

Ein zentraler Ansatzpunkt des Digital Services Act ist die personalisierte Werbung in sozialen Netzwerken. Das berichtet die ehemalige Europaabgeordnete Julia Reda auf heise.de und beruft sich dabei auf kürzlich vorgelegte Berichtsentwürfe von 3 zuständigen Ausschüssen. In Ihrem Artikel über den Digital Services Act beschreibt sie, dass nicht die illegalen Inhalte selbst, sondern die Mechanismen die darüber entscheiden, wie groß die Reichweite der Inhalte ist, im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.

Um Radikalisierung und die Verbreitung von Fake-News oder Verschwörungstheorien besser eindämmen zu können, sollen die Algorithmen von sozialen Netzwerken der öffentlichen Kontrolle zugänglich gemacht werden. Die Nutzung von personalisierten Daten zur gezielten Anzeige von für den Nutzer interessanten Inhalten führt auch dazu, dass sich Verschwörungstheorien unter dafür affinen Nutzern noch schneller verbreiten.

Es gibt 2 konkrete Vorschläge, wie die personalisierte Werbung reguliert werden soll: Plattformen sollen alle werblichen Inhalte zur Erforschung und Kontrolle in eine öffentliche Datenbank einstellen. Und Nutzer sollen entscheiden können, ob Ihnen Inhalte in sozialen Netzwerken personalisiert oder chronologisch angezeigt werden.

Fazit

Der Digital Services Act wird das Internet für alle Europäer grundsätzlich verändern. Man darf gespannt sein, welche Regelungen und Vorschläge in die Tat umgesetzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

jetzt den KLICK.NEWS Newsletter abonnieren

Und wir halten Dich immer auf dem aktuellen Stand!

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Joinclubhouse – Clubhouse App sorgt für Riesenhype

Seit einigen Tagen ist der Clubhouse Hype auch in Deutschland angekommen: die neue Plattform, die nur via Iphone bzw. IOS genutzt werden kann, stellt Audio-Chaträume zur Verfügung, die die Nutzer jederzeit kostenlos eröffnen können. Und damit springen die Entwickler nicht nur in eine Lücke im Umfeld der Social Media Plattformen, sondern nutzen auch die aktuelle Pandemie als Treiber für den Community-Aufbau.

Amazon, Apple, Microsoft & Co. – Die 10 wertvollsten Marken der Welt

Aus der aktuellen BrandZ-Rangliste der 100 wertvollsten Marken geht hervor: Amazon liegt mit einem Markenwert von über 400 Milliarden US-Dollar weiterhin vorne. Auch interessant: TikTok erreicht erstmals eine Platzierung unter den Top 100.

der NETFLIX Effekt – und was Online Marketer daraus lernen können

Es war eigentlich noch nie besonders schlau einzelne Online Marketing Disziplinen quasi als Individualsportart zu betrachten. Nur wer im Team disziplin- und kanalübergreifend agiert, kann und wird langfristig Erfolg haben. Der NETFLIX Effekt beschreibt dies eindrücklich und zeigt auf, wie sich unterschiedliche Kanäle gegenseitig synergetisch befruchten können.

Logistikunternehmen am Limit: französische Logistikpartner von DHL verhängen Annahmestopp

Die Vorweihnachtszeit ist schon seit vielen Jahren jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung für Logistikunternehmen wie DHL, weil immer mehr Menschen ihre Weihnachtsgeschenke online bestellen. Und seit Corona explodieren diese Zahlen nochmal um ein Vielfaches. Das hat nun dazu geführt, dass Frankreichs Zustelldienste und DHL-Partner völlig überfordert sind. Für den 09.12. und 10.12.2020 herrscht ein kompletter Annahmestopp.