Clubhouse Growth Hacks
Die Clubhouse Community wächst rasend schnell! Wir haben es die Macher der neuen Plattform geschafft, so viele Menschen in so kurzer Zeit zu gewinnen. (Bildquelle: Pexels, Negative Space)

Wie schafft man es, eine digitale Plattform mit einfachen Mitteln, minimalen Kosten und vor allem sehr schnell zu skalieren? Was sind eigentlich die konkreten Growth Hacks und Strategien, die Clubhouse einsetzt? Wir sind der Sache etwas tiefer auf den Grund gegangen und haben uns Gedanken dazu gemacht. Nachfolgend eine Liste der wichtigsten Clubhouse Growth Hacks:

1. Künstliche Verknappung – Clubhouse ist Invite only

Einer der ältesten konsumpsychologischen Trigger, vor allem in der Netzwelt ein Erfolgsgarant und aus Sicht der Marketing Experten maßgeblich für den Clubhouse Erfolg verantwortlich: die künstliche Verknappung.

Wir kennen das in vielen Varianten und Spielweisen auch von anderen Plattformen, wie z.B. booking.com. Der Nutzer soll den Eindruck bekommen, dass etwas, was er gerne haben möchte sehr knapp ist. So entsteht das sogenannte FOMO-Prinzip (fear of missing out), die Angst etwas zu verpassen.

Bei Booking sind es Hotelzimmer oder Sonderpreise (125 andere sehen sich dieses Angebot auch an, 123 haben es in den letzten 24 Stunden auch gebucht… in roter Farbe hervorgehoben), auf den großen “Deals”-Plattformen die ablaufende Zeit bei gleichzeitig knapper Bestandsmenge, bei Initiative-Q (ebenfalls Invite only)war es die Befürchtung einen offenen neuen Geldhahn zu verpassen. Und Clubhouse setzt mit seinem Invite-only-Konzept darauf, dass Menschen Angst haben, nicht Teil einer wachsenden Community zu sein und wertvolle Gespräche mit Freunden zu verpassen.

Wer übrigens erfolgreich Freunde einlädt, sich aktiv an Räumen beteiligt oder sogar selber welche aufsetzt, der wird mit neuen Invites belohnt (siehe auch Punkt 2).

Auf der anderen Seite geht es aber nicht allen nur darum, möglicherweise gute Talks und wertvollen Input zu verpassen: die Community hat gelernt, dass ein gutes Netzwerk und eine hohe eigene Reichweite extrem wichtig sein können. Sie hat auch gelernt, dass es einen First-Mover-Vorteil gibt. Jetzt ist die Chance da, von Anfang an dabei zu sein, große Gefolgschaften zu bilden und am Erfolg zu partizipieren! Und die möchten viele Clubhouse-User nicht ungenutzt lassen.

2. Belohnungsprinzip – Aktivität zählt

Wer Freunde einlädt und sich an den Gesprächen beteiligt erhält nicht nur neue Invites, sondern wird auch mit wachsenden Followerzahlen belohnt. Das Prinzip eröffnet sich neuen Nutzern recht schnell: Clubhouse-Räume bestehen aus einer Stage bzw. dem Podium und den Zuhörern. Wer auf der Stage ist erlangt eine gewisse “Prominenz” und mehr Sichtbarkeit, weil alle Zuhörer diese Person bzw. das Avatarbild dort sehen können. Wer es jetzt noch schafft wirklich schlaue und interessante Dinge zu sagen, dessen Followerbase wird wachsen, weil die Zuhörer diesen Menschen folgen möchten.

Dieses Phänomen ist gerade jetzt in der “Entstehungsphase” omnipräsent, weil ein Großteil der User erst seit wenigen Tagen dort angemeldet ist und natürlich gerne mehr Follower aufbauen möchte.

3. Einfachheit – kein Schnickschnack, nur minimale Funktionen

Aus Marketingsicht wirklich hochinteressant: es gibt viele Stimmen, die sich aktuell fragen, warum eine so einfach App, so erfolgreich wurde, obwohl es schon zig andere technische Möglichkeiten und Platformen gibt, die technisch eigentlich alles abbilden können, was Clubhouse kann.

Aber das ist ausschlaggebende Punkt: klar kann man mit Zoom, Jitsi, Teams & Co. auch Räume aufbauen und wenn jeder die Kamera ausschaltet, fühlt sich das an wie ein Raum bei Clubhouse – aber bei diesen Anwendungen gibt es eben auch eine Chatfunktion, die Videofunktion, Screensharing etc.. Es ist “produktive Software” für den Einsatz in Unternehmen und keine “Unterhaltungs-Plattform” für den individuellen Privatgebrauch. Genau diesen Schritt hat Clubhouse geschafft.

Auch sonst gibt es nicht gerade viele Settings in der Clubhouse App: Alles ist sehr simpel und übersichtlich gehalten, was die Nutzer offensichtlich zu schätzen wissen. Eigentlich gibt es nur 4 Hauptfunktionen in Clubhouse: Räume (suchen, finden, eröffnen, schedulen), Hand heben (um auf die Stage zu kommen), Follow (User-Avatar anklicken, Kurzbio lesen und folgen) und Mikro on/off.

4. Promi Nähe – mit Stars und Influencern auf einer Bühne

Dieser Punkt ist extrem wichtig und vor allem in der Ausprägung einzigartig: Es gibt keine andere Plattform, auf der man aktuell so schnell neben seinen Idolen selber auf der Bühne stehen und ihnen so nah sein kann. Und damit sind nicht nur Pop-Sternchen und Musikstars gemeint, sondern auch die Influencer aus den vielen kleinen Nischen, Branchen oder Berufssparten im Netz.

Neben Promis aus Kunst und Kultur finden sich derzeit auch täglich mehr renommierte Politiker auf Clubhouse ein. Philipp Amthor, Dorothee Bär und sogar Sigmar Gabriel sind in vielen Politik-Talks und -Räumen sehr präsent.

5. Technik – Push-Notifications als Erfolgsfaktor

Seien wir mal ehrlich, Push-Notifications können in einigen (vor allem business-relevanten) wirklich wichtigen Anwendungsfällen Sinn machen. Aber für eine App, die in den eigenen AGB eine geschäftliche Nutzung ganz klar untersagt, wird diese Technik ziemlich massiv eingesetzt. Die Clubhouse-Standardeinstellung für die Auslieferung von Push-Notifications ist auf “normal” gesetzt, kann aber dort auch auf “frequent” und sogar “very frequent”, oder auf “infrequent” und “very infrequent” geändert werden.

In der “normal”-Einstellung kommen aber tatsächlich Nachrichten im Minuten-Takt. Gefühlt ist das abhängig von den “Interessen”, die man setzt und auch von der Größe der Followerschaft. Wer keine Lust mehr auf die Notifications hat, kann diese aber in den Einstellungen auch pausieren.

Mit dem sehr frequenten Einsatz der Notifications verstärkt Clubhouse den FOMO-Effekt nochmals. Der Nutzer tut sich schwer die Anzahl der Pushnachrichten in den Einstellungen zu minimieren oder gar komplett zu deaktivieren.

6. Einstieg und Setup der Clubhouse App

Wir sind ja bereits auf die Einfachheit der Clubhouse App eingegangen, aber gerade der Moment des Onboardings ist in der Setup-Phase von Plattformen, Software und Apps sehr kritisch. Wer erstmal 2-stündige Tutorials lesen oder ansehen muss, steigt schneller wieder aus und springt ab. Neue Nutzer verstehen Clubhouse direkt in den ersten 30 Sekunden. Man hat sogar das Gefühl etwas übersehen zu haben und fragt sich nach dem Setup “really that easy?”.

7. Trendy – der Audio-Markt wächst

Die klare Positionierung der Clubhouse App im Audio-Markt trägt ebenfalls zum Erfolg bei. Podcasts und Audio-Books sind seit Monaten stark auf dem Vormarsch. Nutzer haben gelernt, mit diesem Format umzugehen und es für sich einzusetzen. Und Clubhouse ist nicht nur Unterhaltung, sondern bei sorgsamer Raum-Auswahl gleichzeitig auch Learning und Networking. Die Macher haben im aktuellen Audio-Trend einfach eine große Lücke gefunden und gefüllt.

Clubhouse Growth Hacks – Fazit

Auch knapp 2 Wochen nach dem Start des Clubhouse-Hypes in Deutschland ist die Nachfrage nach Clubhouse Invites ungebrochen und die Community ist stark wachsend. Es bleibt spannend, denn die Nutzer haben nur ein klar begrenztes Zeitkontingent für Online- und Freizeitaktivitäten, d.h. jede Minute, die sie auf Clubhouse verbringen, fehlt einem anderen Kanal (und vice versa). Das betrifft übrigens nicht nur Online-Plattformen, sondern auch TV und Radio. Mehr Clubhouse-Aufenthalt bedeutet weniger TV-, Facebook- und Social-Media-Konsum. Am Ende entscheidet der Nutzer, welcher Plattform er seine Zeit widmen möchte.

Dennoch hoch beeindruckend, was die Gründer der Clubhouse App bisher erreicht haben. Die Community wächst rasende schnell und die Marke Clubhouse wird auch für Investoren immer interessanter: vor wenigen Wochen wurde die App noch mit 100 Millionen US$ bewertet. Aktuell stehen potentielle Investoren Schlange und 10-stelligen Bewertungssummen machen im Netz die Runde.

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