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Wie will Facebook die Eindämmung von Fake-News-Verbreitung erreichen?

Nicht nur politische Nachrichten, auch Facebook-Postings zum Beispiel mit Inhalten zu COVID-19 unterliegen laut Facebook einem Fakten-Check. Fake-News werden laut Facebook bereits jetzt schon relativ sauber identifiziert und entsprechend markiert. Aber reicht eine reine Markierung schon aus? Die entsprechenden Postings werden seltener ausgespielt, sind aber nach wie vor für die Öffentlichkeit sichtbar.

Millionenfache Verbreitung von Fake-News

Leider verbreiten derzeit zu viele Menschen und auch automatisierte Bots unqualifizierte, nicht-faktenbasierte oder gar falsche Informationen über das Corona-Virus. Im Monat April verzeichnete das Unternehmen 50 Millionen Fälle von Fake-News. Entsprechende Beiträge werden mit Warnhinweisen versehen und seltener im Facebook-Feed ausgespielt. Laut Facebook führen diese Maßnahmen tatsächlichzum Erfolg: in 95 Prozent der Fälle vermeiden User dann das Anklicken von als bedenklich eingestuften Beiträgen.

Der Fakten-Check von Facebook

Aber wie schafft es Facebook, “schwarze Schafe” unter der enormen Anzahl an Beiträgen zu COVID-19-relevaten Themen jeden Tag zu identifizieren?

Facebook setzt dafür nach eigenen Angaben sogenannte Fakten-Checker ein. In Deutschland sind zudem die Nachrichtenagentur dpa und die Recherche-Agentur Correctiv involviert. Der Gründer von Correctiv, David Schraven, gab am Dienstag in einer digitalen Ausgabe von Open House, einer Facebook-Veranstaltung, Einblicke über die Arbeit als Fakten-Checker in der derzeitigen Situation. Er gab an, dass ca. 45 Prozent aller Falschinformationen zunächst auf YouTube ihren Ursprung finden. Es sei aber oft schwer, alle Hintergründe der Erstveröffentlichung aufdecken zu können. Zudem werden Fake-News immer komplexer und wirrer. Problematisch sei laut Schraven die Verbreitung über WhatsApp, da diese Beiträge der Öffentlichkeit verwehrt bleiben. Hier könne man lediglich versuchen, entsprechende Verteiler solcher Nachrichten zu bitten, Faktenkorrekturen an alle Empfänger nachzureichen.

Aufklärung der User

Facebook möchte nicht nur der Verbreitung von Falschinformationen vorbeugen, sondern auch im Nachgang aufklären. So werden User, die eine als Fake-News markierten Beitrag geliked, kommentiert oder geteilt haben, über den Newsfeed mit Links auf seriöse Seiten wie beispielsweise der Website der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) bespielt.

Kritik am Vorgehen

Zu der Frage, warum Fake-News nicht komplett gelöscht werden, äußerte sich Facebook bisher nicht. Social Media Experten beschweren sich zudem über die Langwierigkeit des Prozesses. Laut Recherchen von SWR könne es bis zu 22 Tage dauern, bis entsprechende Beiträge mit Warnhinweisen versehen würden. Ein weiterer Kritikpunkt stellt die fehlende Abstrafung politischer Werbung dar, was die Objektivität von Informationen zu aktuellen Geschehnissen nicht immer gewährleistet.

Auch interessant: Bei einer Google-Suche nach “Facebook Fake News” findet man auf den ersten 20 Plätzen reine Berichterstattung, keine Info-Page von Facebook selber. Wenn man davon ausgeht, dass User die Suche nutzen, um bei entsprechenden Fake-News-Funden Meldung zu machen, oder sich zu informieren, dann ist das fragwürdig. Selbst für den Suchbegriff “Facebook Fakten Check” rankt nur die Fanpage des Kooperationspartners “Correctiv”.

Und der oben genannte Zeitfaktor ist das eigentliche Problem: wenn es bis zu über 20 Tagen dauern kann, bis Fake-News als solche geflaggt werden, dann ist der Effekt mit Null gleichzusetzen. Fake-News Verbreiter nutzen größtenteils und oft auch sogenannte Nachrichtenlagen. Die Aktualität ist in diesem Zeitraum der wichtigste Erfolgsfaktor bzw. Trigger. Und hier muss Facebook und/oder deren Kooperationspartner einfach noch viel schneller werden.

Natürlich liegt ein Teil der Verantwortung auch beim Nutzer selbst: Beiträge, News und Informationen sollten grundsätzlich hinterfragt werden. Und zwar bevor sie möglicherweise geteilt werden. Neben Correctiv gibt es auch andere Institutionen wie z.B. https://www.mimikama.at/, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, zu recherchieren und solche Post zu hinterfragen.

Aktuell gibt es im Netz aber auch viele Stimmen, die sich mit aller Gewalt gegen den Fakten-Check stemmen. Das sei “Zensur” und man finde es vermessen, dass Facebook sich herausnimmt, “die Wahrheit” zu kennen.

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